Museum Zeittafel Denkmal Talhubenfest



Das Flößermuseum

Das 1999 im Untergeschoß der Tannbergschule eingerichtete Flößermuseum ist aus einer Heimatstube hervorgegangen, die seit 1977 im Rathaus öffentlich zugänglich war.

Das Museum wurde nun völlig neu konzipiert und erstrahlt nach seiner feierlichen Wiedereröffnung, welche am 16.07.2011 statt fand, in neuem Glanz.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Flößerei, die einst für den Ort von großer wirtschaftlicher Bedeutung war. Der reiche Holzbestand des Nordschwarzwalds wurde über Nagold, Enz, Neckar und Rhein bis in die Niederlande geflößt. Erst mit dem Bau der Nagoldtalbahn 1868-1874 und dem Ausbau der Staatsstraße von Calw nach Pforzheim, erfolgte eine Verlagerung auf Straße und Schiene. Im Jahr 1911 fuhr das letzte Floß die Nagold hinunter.

Ein detailgetreues Modell des alten Unterreichenbach Bahnhofs stellt den Umbruch vom Floß zur Schiene dar.

Das Museum bietet aber auch einen schönen Rückblick auf unseren Ort und seine Geschichte, sowie Originalen aus den alten Tagen.

Anhand von Floßmodellen, Bildern, Werkzeugen und vielen mehr wird ein Einblick in das Leben der Vergangenheit gegeben.









Adresse:
Calwer Str. 56
75399 Unterreichenbach
(Tannbergschule)
Tel. 07235/9333-11
Fax: 07235/9333-33
lachenauer@unterreichenbach.de

Öffnungszeiten:
nach Vereinbarung unter Tel. 07235/9333-11

 


Zeittafel der Flößereigeschichte

(insbesondere die Nagold betreffend)
zusammengestellt von Gerhard Schwarz

um 100 n Chr.
Flößerei der Römer in Pforzheim (mit hoher Wahrscheinlichkeit)
etwa ab 1000
Beginn der Besiedlung des Nordschwarzwaldes
1267
Margarethen-Legende von Pforzheim berichtet von Flößern
1342
Floßvertrag zwischen Baden, Württemberg und Heilbronn öffnet Enz, Nagold, Würm und Neckar für die gebundene Flößerei
  *Markgraf Rudolf von Baden und Graf Ulrich von Württemberg stellten am 17. Februar 1342 in Stuttgart eine Urkunde aus, in der sie erklärten, daß sie auf Bitten der Reichsstadt Heilbronn die Flüsse Würm, Nagold, Enz und Neckar für die Flößerei öffnen wollten.
1383
Schultheiss Albert von Pforzheim verkauft Holz nach Mainz
1475-1500
Leute aus Hirsau und Kieselbronn liefern Holz nach Andernach /Rhein
mindestens ab 1477 - 1867
ist Unterreichenbach Land- und Wasserzollgrenzort. Bis 1603 badischer, ab 1603 württembergischer Zoll.
1688
Floßeinbindestätte bei der Unterreichenbacher Mahlmühle, später auch Fabrikwag genannt
1501
Erste Ordnung der Pforzheimer Flößer (Flößerzunft)
1536
Württembergische Floß- und Holzordnung
1550
Der Reichenbach wurde Scheiterholzfloßbar gemacht. Nach dem ältesten Scheiterholvertrag zwischen Baden und Württemberg durfte eine Menge Scheiterholz auf dem in die Nagold mündenden Reichenbach nach Pforzheim verflößt werden.
1567
Württembergische Forstordnung behandelt das Floßwesen.
16. u. 17. Jahrh.
Einschränkungen der bisher "freien" Flößerei

Floßholzhandelsgesellschaften beherrschen den Markt
1603
Das bad. Amt Liebenzell mit Unterreichenbach und Dennjächt kommen durch Kauf und Tausch zu Württemberg
1623
Die Nagold wird durchgehend bis unterhalb Urnagold floßbar gemacht, im Laufe des 30 jährigen Krieges wurde die Floßstraße wieder zerstört.
1667
Erneuerung der württ. Wasser- und Floßordnung
1668
Die Nagold ist wieder geöffnet. Floße können von Altensteig bis Pforzheim wieder durchfahren.
1691
Die ersten 1000 Stämme Floßholz aus dem Wildbader Forst wurden nach Holland geflößt
1692
Die ersten 1000 Stämme aus dem Liebenzeller Forst wurden nach Holland geflößt.
um 1710
wird der Sperrstimmel als Floßbremse einegeführt;

Bildung von Württ. Holländer-Holz-Kompanien
1713
erste "Calwer Holkompanie" betreibt Holland Flößerei ;

ein 13 jähriger Dienstbub wird bei der Nonnenwag von einer "Holländertanne" erschlagen
bis 1725
Verkauf oder Übergabe des gesamten Floßholzes an Pforzheimer Flößer. Die Übergabe erfolgte am "Beutel" bei der heutigen Nagoldbrücke am Waldparkplatz
v. 1746 - 1785
werden ca. 70 000 Tannen vom Murgtal (Reichenbach) über den Berg zur Nagold transportiert
1747 - 1840
Flößerzunftverein in Pforzheim
1753
Die Unterreichenbacher "Flößerschaft" beteiligt sich an an der "Landschiffer Kompanie", genannt auch "Gemeinholz Schifferschaft" ohne Einräumung eines Monopols
1755 - 1808
Calwer Holländer Holz Kompanie
1797
Württemberg erlaubt wieder das Flößen für Jedermann
1809 - 1901
Holzhandelsfirma Saelin und Co., Calw
1832 - 1883
Baden und Württemberg erlassen wiederholt Floßordnungen
1840
Ermäßigung des Wasserzolls in Unterreichenbach

Wasserzoll und Wasserwegegeld sind nur noch an einer Zollstelle zu entrichten. Für die Nagold in Unterreichenbach, für die Enz in Neuenbürg, für die untere Enz in Vaihingen.
1857
Landstraße (Wilhelmstraße) nach Pforzheim eröffnet
1868
Beginn des Eisenbahnbaus in Enz-Nagoldgebiet
1874
Einweihung der Eisenbahnstrecke Pforzheim-Calw
1899
Im Monat August Floßsperre auf der Enz und Nagold.
1908
Nur noch 30 Floße fahren auf der Nagold.

Vergleich: 1868 waren es noch 240 Floße
1911
Letztes Nagoldfloß mit 41 Tannen in Unterreichenbach auf der Nagold
1913
Verbot der Flößerei auf der Nagold und unterer Enz
1978
1. Talhubenfest in Unterreichenbach. Eine tüchtige Flößergruppe läßt die Traditionsflößerei wieder aufleben.
1999
Talhubenflößer erproben neues 85 m langes Floß

 

Flößerdenkmal:

Das Flößerdenkmal wurde errichtet zur Erinnerung an die Geschichte des Ortes. Am 06.07.02 wurde die nur aus Spenden finanzierte Figur eingeweiht. Nähere Informationen können sie in der Festschrift zum Flößerdenkmal nachlesen, die Sie im Bürgermeisteramt für 2,50 Euro erwerben können.

 

Das Unterreichenbacher Talhubenfest -
kein gewöhnliches Straßenfest

Am 27./28. Mai 1978 wurde mit dem 1. Talhubenfest in Unterreichenbach eine neue Tradition begonnen. Das Fest wird von der Gemeinde und den Vereinen gemeinsam gestaltet. Die Idee zu diesem Fest entstand bei einer Vereinsbesprechung auf dem Rathaus auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Hartmut Kuhlmann zur Erinnerung an die weit über 600 Jahre alte Flößertradition in unserem Ort .

Der Namen dieses Fest steht in enger Verbindung mit der Flößerei. Früher konnten viele Bewohner im Dorf von der Flößerei leben. Man band die Holzstämme zusammen und ließ sie talabwärts treiben. Die "Huben" waren die im Tal liegenden Gehöfte.

Neben den zahlreichen Attraktionen der teilnehmenden Vereine und der Gemeinde, sind die Schaufahrten der Unterreichenbacher Talhubenflößer auf einem über 100 m langem Originalfloß die Höhepunkte des 2-tägigen Festes. Besonders eindrucksvoll ist sicherlich die Nachtfahrt mit Fackelbeleuchtung und anschließendem Feuerwerk, sowie die Wehrdurchfahrt am Ende des Festes.

Ein großes Anliegen der Vereine und der Gemeinde ist es nicht nur für die Großen, sondern vor allem für die Kleinen Besucher etwas zu bieten. So gibt es neben einer Kinderbetreuung mit spielen, basteln und entspannen, auch einen Clown, eine Hüpfburg und und und.

Das Talhubenfest findet in einem 3-jährigen Rhythmus statt und im Sommer 2005 gab es mit dem 10. Talhubenfest ein kleines Jubiläum zu feiern. Das nächste Talhubenfest findet 2014 statt.

Wir freuen uns Sie schon heute zu diesem besonderen Fest recht herzlich einladen zu dürfen.