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Aus der Geschichte des Dorfes


Erstmals erwähnt wird Unterreichenbach im Jahre 1375. In den Akten des Pfarramtes Schömberg findet sich folgende Notiz: "Also wisset Bürger und Leut allerorts - Geschichte und Geschehen das Euch kund sei, die Freuden und Leiden der Vorfahren und Ahnen zu Rychenbach und Thänicht - also genannt wurde unsere Heimat erstmals im Jahre des Herrn Anno 1375 von Heinze Gruupp zu Denjächt, seines Zeichens Reiter am Hofe der Herren von Liebenzell. Also geschah es im gleichen Jahre, dass sein Pferd erkrankte und (er) untröstlich seines Kummers seine Freunde zu Reichenbach um Rat und Hilfe bat. Eingedenk des Gotthuses zu Schömberg - selbiges in gar großer Not - rieten weiland die Freunde zu Reichenbach zur Ehre Gottes ein Fass köstlichen Inhalts zu schenken den darbenden Brüders. So es geschah Anno 1375 zu Rychenbach und Thänicht. Zu Urkunde gegeben, verbrieft und gesiegelt anno 1375 im Gotthus zu Schömberg."

Vermutlich aber bestand an der Einmündung des Reichenbaches (früher: Eulenbach!) in die Nagold gelegene Ort bereits um 800. - Da der Hirsauer Codex den Eulenbach als Grenze der Besitzungen der Grafen von Calw angibt, scheint das Land nördlich des Eulenbaches mit Unterreichenbach den Herren von "Crähenegge", der später entstandene Südteil unseres Dorfes hingegen - sowie die Ortsteile Dennjächt und Thann - den Grafen von Calw gehört zu haben.

Auf ein früheres Bestehen des Ortes weist auch eine in die jetzige Kirche eingemauerte Urkunde hin, welche den Bau der alten Unterreichenbacher Kirche um 1250 angibt. Ein 1949 gefundenes romanisch-germanisches Kapitelchen, das noch aus der alten Kirche stammt, sowie ein beim Umbau der Kirche 1894/95 verlorengegangener Taufstein gleichen Stils sprechen ebenfalls für die Annahme, dass der Ort wesentlich früher als urkundlich erwähnt, bestanden haben dürfte.

Ein genauer Nachweis über die Entstehung Unterreichenbachs wird jedoch wohl kaum mehr zu erbringen sein.

Vom 14. bis 16. Jahrhundert erlebte der Ort einen Aufschwung durch die zunehmende Bedeutung des Badelebens. Die Erschließung der warmen Quellen des Kapfenhardter Tales (Gaisbrünnele, Heiligenbrunnen und Gutbrunnen) verhalf dem kleinen Ort zu bescheidenem Wohlstand. Noch 1790 berichtete der Liebenzeller Oberamtmann Heller, dass die Besucherzahl im Kapfenhardter Tal größer sei als in seinem Badeort. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts aber war das hiesige Badeleben erloschen: eine mit 21 ° Celsius angegebene Heilquelle (Gutbrunnen) wurde durch einen Erdrutsch verschüttet.

Als im 14. Jahrhundert die Pforzheimer Flößerkolonie Au, das Zentrum der Flößerei auf den Flüssen Enz, Nagold und Würm, niederbrannte, siedelten viele Pforzheimer Flößerfamilien nach Unterreichenbach um. Dadurch wurde das Dorf zu einem wichtigen Flößerort. Beim Haisch`schen Mühlehof befand sich die Floßumbindestelle, wo die in Kohlerstal oberhalb Calws eingebundenen Flöße neu zusammengestellt wurden. Übernachtungsmöglichkeiten boten sich den Flößern in den Wirtschaften "Waldhorn" und "Löwen". Manche jungen Flößerknechte reisten auf diesen Flößen sogar bis nach Rotterdam. Meistens aber gingen die Flößer in Bietigheim oder Heidelberg vom Floß, um einer neuen Mannschaft Platz zu machen. Sie ließen sich auszahlen und kehrten zu Fuß zurück. Wieviel sie allerdings von ihrem Lohn nach diesem langen und durstigen Heimweg noch nach Hause brachten, weiss kein Chronist zu sagen ...

In der Zeit des Niedergangs der Flößerei lebten - nach Auskunft älterer Bewohner - noch 4 Flößerfamilien im Oberdorf, die alle Gengenbach hießen. Ein gewisser Bohnenberger, der krankheitshalber nicht mehr als Flößer arbeiten konnte, fertigte für sie die Flößerstangen an. Einer der letzten hier lebenden Flößer war der am 6. April 1919 verstorbene Johann Georg Gengenbach. Herr Karl Haisch vom Mühlehof weiss von der letzten Floßfahrt (1911?) auf der Nagold zu berichten, die er als junger Bursche noch mitgemacht hatte. Zwei Jahre später - 1913 - fuhr auch auf der Enz das letzte Floß hinunter und damit war dann das Flößergewerbe im Schwarzwald erloschen. Das sich immer weiter ausdehnende Netz der Eisenbahnlinien hatte die Flößerei überflüssig gemacht.

Dafür erlebten neue Berufe, insbesondere die Schmuckwarenherstellung, größte Erweiterung. Der damit verbundene Einfluss von Pforzheim blieb bis auf die heutige Zeit erhalten. Mit dem Rückgang der Landwirtschaft (da 1850 das früher von Weißenstein erworbene Land wieder abgetreten worden war, entfielen 1886 auf einen Einwohner nur noch 1,1 Morgen Land!) musste man sich um die Ansiedlung geeigneter Industriebetriebe bemühen. Heute kann Unterreichenbach 2 Sägewerke, 1 Maschinenfabrik, 1 Honigfabrik und einige kleine Schmuckwarenbetriebe vorweisen, und dies trotz mancher schwerer Schicksalsschläge im Laufe der Geschichte.

Blicken wir noch einmal zurück: nicht nur Missernten, Überschwemmungen und Seuchen waren mehrmals über das Dorf hereingebrochen, auch Kriegswirren, Plünderungen und Zwangsrekrutierungen bildeten die Grundlage für seine zeitweise Verarmung. Den 30-jährigen Krieg überlebten von ehemals 105 Bewohnern nach einer Angabe von 1660 nur noch 45. Plünderungen im Orleanschen Krieg (1693) und durch den französischen General de la Tour (1708), sowie Zwangsrekrutierungen während des österreichischen Erbfolgekrieges (1748) führten zu einer starken Auswanderung nach Amerika und Palästina. - 42 Gefallene, 3 Vermisste im ersten und 56 Gefallene, 22 Vermisste im zweiten Weltkrieg, sowie 18 tote Zivilpersonen und zahlreiche total beschädigte Gebäude in den letzten Kriegstagen (15./16. April 1945) ist die Schreckensbilanz der jüngsten Gemeindegeschichte.



Unterreichenbach in Zahlen:
Markungsfläche:
630 ha davon 420 ha Wald
Einwohner:
2.300



Gebäude:
Ev. Pfarrhaus
erbaut 1745
Rathaus
erbaut 1838; diente auch als Schule, Lehrerwohnung und Kindergarten.
Ev. Kirche
erneuert 1895 und 1968.
Ev. Kirche
erneuert 1895 und 1968
Bahnhof:
eingeweiht 1874
Post:
1859 Postablage - 1874 Postexpedition - 1905 Postagentur - 1928 Poststelle in Dennjächt. Öffentliche Telefonstelle seit 1899 - Selbstanschlussamt seit 1932. Heute eine moderne Postagentur Mitte im Ort.
Schule:
1911 von Unterreichenbach und Dennjächt gemeinsam erstellt



Verschiedenes:
11.02.1888
Postbote, Mesner, Amtsdiener und Polizeidiener Michael Großhans wird zusätzlich noch mit dem Amt des (letzten?) Nachtwächters betraut.
24.09.1888
Einführung der Straßenbeleuchtung (8 Laternen)
01.07.1900
Einführung des elektrischen Lichtes
24.07.1905
Ortspolizeiliche Vorschrift, nach der Motorfahrzeuge nur mit Schnelligkeit eines -mäßig trabenden Pferdes- den Ort durchfahren dürfen.
23.01.1924
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr unter dem Kommandanten Emil Seeger
01.04.1924
Vollständige Eingemeindung von Dennjächt
01.06.1972
Eingemeindung von Kapfenhardt. Unterreichenbach bildet heute mit den Ortsteilen Dennjächt und Kapfenhardt und der Parzelle Thann einen Gemeindebezirk des Kreises Calw.




Historie


Lage: 292-663m ü. M. im Nagold- und Reichenbachtal Markungsfläche: 630 ha, davon 410 ha Wald
Um 800
wird im Codex des Klosters Hirsau berichtet, dass der Eulenbach, also der Oberlauf des Reichenbaches, die Grenze bildet zwischen den Besitzungen des Grafen von Calw, einem Geschlecht der fränkischen Salier, und dem Besitz der Herren von "Crähenegge".
Um 1050
erfolgt die Besiedlung des Enz-Nagold-Höhenrückens mit Anlage der typischen Waldhufendörfer.
1260:
Nennung von "Kaphenhart", das zwischen 1308 und 1322 an Württemberg kommt.
1273:
Markung von Reichenbach und Dennjächt gelangt an Baden.
1375:
"Rychenbach" und "Dennegecht" werden urkundlich erwähnt.
1404:
Aus dem Pfarrsprengel Brötzingen, dem Reichenbach und Kapfenhardt angehören, wird das Kirchspiel Langenbrand herausgelöst, dem Kapfenhardt fortan zugehört und in welchem 1535 die Reformation eingeführt wird.
1495:
St.-Wendels-Capell zu Richenbach urkundlich erwähnt.
1527:
Reichenbach erhält eigene Pfarrei, in welcher 1596 die Reformierung vollzogen wird und der 1584 das von Liebenzell gelöste Dennjächt mit dem Weiler Thann zugeordnet wird. Eine erste Kirche wird im 16. Jh. gebaut.
1527:
Kapfenhardt zählt 18 Höfe.
1565:
In Kapfenhardt noch bestehende Rechte, Güter und Zehnten des 1250 gegründeten Dominikanerinnen-Klosters Pforzheim werden abgelöst und kommen durch Tausch von Baden an Württemberg.
1603:
Reichenbach, Dennjächt und die Untere Kapfenhardter Mühle werden mit dem Amt Liebenzell ebenfalls von Württemberg erworben. Die Nagold bleibt Landesgrenze bis 1952.
1618-48:
Der Dreißigjährige Krieg läßt die Dorfbevölkerung auf ein Zehntel ihres ursprünglichen Bestandes schrumpfen.
1632:
Entdeckung der heilkräftigen Wirkung des Guten Brunnens von "Capfenet".
1857:
Bau der Nagoldtalstraße
1874:
Bau der Nagoldtalbahn. In der aufblühenden Schmuckindustrie im nahen Pforzheim finden viele Bürger ein neues Einkommen und sind nicht mehr nur von Landwirtschaft und Holzhandel abhängig. Die Flößerei, einst ein wichtiger Erwerbszweig, geht mit den neuen Transportmöglichkeiten zurück. 1910 fährt das letzte gewerbliche Floß nagoldabwärts.
1895:
Errichtung einer Etuifabrik in Unterreichenbach, die um die Jahrhundertwende schon 124 Personen beschäftigt. Weitere Betriebe dieser Art folgen, auch eine Schilderfabrik und Betriebe der feinmechanischen Industrie, wobei der Präzisionsmaschinenbau die größte Bedeutung erlangt.
1896:
Ein Großbrand zerstört nahezu das gesamt Hinterdorf von Kapfenhardt.
1914:
1.April: Dennjächt vereinigt sich mit Unterreichenbach.
1924:
1.April: Endgültiger Zusammenschluss der beiden Orte zur einfachen Gemeinde.
1933-45:
Kapfenhardt und Bieselsberg werden gemeinsam verwaltet. Bieselsberg wird Amtssitz des Bürgermeisters.
1937:
Kapfenhardt wird zur Fremdenverkehrsgemeinde erhoben und 1970 von der Landesregierung zum Erholungsort erklärt. Von den einst zahlreichen M¨hlen sind in Unterreichenbach noch zwei Sägewerke und in Kapfenhardt zwei Getreidemühlen in Betrieb. Letztere entwickeln sich zu Hotels mit internationalem Ruf.
1939-45:
Der Zweite Weltkrieg verursacht erhebliche Kriegsschäden und wie schon im Ersten Weltkrieg 1914-18 sind viele Tote und Vermisste zu beklagen.
1961:
Die evangelische Auferstehungskirche in Kapfenhardt wird errichtet. Der Gemeindehausanbau folgt 1991.
1972:
1.Juni: Kapfenhardt schließt sich im Zuge der Gemeindereform Unterreichenbach an.
1996:
Das Flößermuseum in der Tannbergschule zeigt Floßmodelle, Gerätschaften und Handwerkszeuge der für den Ort einst bedeutenden Flößerei. Seit 1978 wird mit Schau-Floßfahrten auf der Nagold alle 3 Jahre beim "Talhubenfest" ebenfalls daran erinnert.
1999:
19.Juli: Ein Unwetter mit 72 Litern Niederschlag pro qm in 90 Minuten und 1,5 Meter hoher Geröll- und Schlammlawine im Reichenbachtal verursacht Millionenschäden.
Inzwischen hat die Natur ihre alte Schönheit wieder gewonnen und lädt zum verweilen ein. Der gepflegte Erholungsort ist auch als Wohngemeinde attraktiv. Ihn halten zahlreiche Vereine durch Geselligkeit und kulturelles Leben in Schwung.
2002:
6.Juli: Einweihung des Flößerdenkmals in Erinnerung an die historische Entstehung der Gemeinde. Das Denkmal wurde rein nur aus Spendengeldern örtlicher Vereine, Bürgern und Firmen finanziert.


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Bücher über unsere Geschichte

Die Gemeinde Unterreichenbach hat im Laufe der Jahre in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen und in der Historie unseres Ortes kundige Mitbürgern mehrere Bücher über die Unterreichenbacher Geschichte und einige Jubiläen herausgebracht. Weitere Informationen können Sie der untenstehenden Auflistung entnehmen.


Buchtitel
Preis
Erinnerung an die Kriegsjahre
8,00 Euro
Schulchronik
8,00 Euro
100-jähriges Kirchen-Jubiläum
5,00 Euro
75 Jahre Freiwillige Feuerwehr
3,50 Euro
Heimatbuch
14,00 Euro
Unterreichenbach - Bilder aus vergangenen Tagen
16,00 Euro
75 Jahre 1. FC Unterreichenbach
5,00 Euro
75 Jahre Musikverein
2,60 Euro
Wappen
1,00 Euro
Anekdoten und Sagen
8,50 Euro
Festschrift zum Flößerdenkmal
2,50 Euro



Au&szligerdem bei uns erhältlich:
Buchtitel
Preis
Radtouren im Nördlichen Schwarzwald
10,12 Euro
Rad- und Wanderkarte
2,56 Euro
Ortsplan
2,00 Euro

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Lesebeispiele aus dem Buch Anekdoten und Sagen aus Unterreichenbach, Dennjächt und Kapfenhardt

 

Nachfolgend finden Sie zwei Lesebeispiele zu o.g. Buch. Das Buch ist mit sehr vielen Zeichnungen der Unterreichenbacher Künstlerin Isabelle Müller bebildert.
Der Erlös dieses Buches, oder auch der Festschrift zur Einweihung des Flößerdenkmals, kommen voll und ganz weiteren Projekten zur Wahrung unserer Ortsgeschichte zu Gute.
Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Probelesen und vielleicht konnten wir Ihnen ja Geschmack auf mehr machen. Das Buch macht sich natürlich auch als Geschenk für Freunde und Verwandten sehr gut.



Onnerreichebacher Schdückle

Albert Mast um 1930

Sprengstoff

Am Samschdichmiddag do isch frei,
für alle Goldschmied, des isch fei,
drum richt mer do a Gschäftle na,
wo mer gemuetlich mache ka;
S shö Wedder mueß mer halt ausnutze
zue allem – au zom Fääser butze.

So denkt in Dennjächt au en Ma,
onn fangt glei noch em Esse a,
erholt vom Keller ruff a Fass,
des Geld bleibt schö en meiner Kass,
des brauch i net em Kuefer brenga,
denn i verstehs doch au e wenga.

Denn wer beim Schaffa ebbes denkt
sei Geschäft viel leichder ferdich brengt,
s strengt net so a, s macht koin Verdruß
drum nemmt er a Flasch Spiridus.
onn duet se, - Mensch do kennt mer pläre,
a nannernoch ens Fass nei leere.

No zendet er a Hölzle a,
onn hebts an’s Spondloch obe na,
der Spiridus der brennt au glei,
do mueßt mer jo an Sembl sei,
was solll i mi denn so verbloga,
doch uffbasst, jetzt kommt grad der Hoga.

Der Spiridus brennt lichterloh,
der Karl der schdeht dernäwa no,
doch Hochmuet kommt stets vor em Fall,
uff oimol duets en bombe Knall.
Des ganze Fässle hots verrissa
onn d’Hälft uff a Dach nuffgschmissa.

Dr Poschtbott geht grad dra vorbei
den hauts beinoh en Grawe nei,
denkt hat er, jetzt isch alles futsch,
enn Dennjäächt machet se en Putsch,
er hat sich bückt, wi drauß d’ Soldate
em Fall d’ Dennjächter nomol lade.

Dr Karl steht do, ganz leicheblaß,
er sieht nex meh vom ganze Faß,
zuem Glück hat’s ehm kei bisle gmacht,
doch des isch g’wiß, er hot net g’lacht.
Wer lacht denn au en so ra Klemme?
Mit Spiridus do butzt er nemme!



Sage von der Leuchtertanne

nach W. Steffens


Die Freifrau von Gemmingen hatte nach dem Tode ihres Mannes für den Altar in Neuhausen einen siebenarmigen Leuchter gestiftet. Als 1692 die Franzosen sich Neuhausen näherten, flüchtete der Küster mit dem Leuchter und anderem Kirchengerät und versuchte dafür im Wald bei Unterreichenbach ein Versteck zu finden.

Die Soldaten, die davon erfuhren, setzten dem Manne nach. Als sie ihn fahnden, hatte er den Leuchter bereits verborgen. Weil er ihnen das Versteck nicht verriet, habe man den Ärmsten ermordet.
Kinder, die einmal im Wald Beeren suchten, erzählt die Sage weiter, hätten eine "Leuchtertanne" bei Unterreichenbach gesehen.

Man erinnerte sich an den Küster und grub an dieser Stelle, bis der Schatz und der Leuchter gefunden wurde.
Später wuchs an dieser Stelle die Leuchtertanne, die der Geist des toten Küsters von Gott erbeten habe, um das begangene Unrecht an ihn wach zu halten.

Der Volksmund in Unterreichenbach bezieht die Sage auf seinen Messner und will wissen, dass der Leuchter und die Schätze nie gefunden wurden.
Die Leuchtertanne wurde wegen Alterserscheinungen kurz nach dem 2. Weltkrieg gefällt. Ihr Standort war im Klebwald. Wegen der einmaligen Aussicht waren die Tanne und der Platz weltbekannt, aber der "Nachwuchs" sperrt heute die Aussicht.

 

Das Unterreichenbacher Talhubenfest -
kein gewöhnliches Straßenfest

Am 27./28. Mai 1978 wurde mit dem 1. Talhubenfest in Unterreichenbach eine neue Tradition begonnen. Das Fest wird von der Gemeinde und den Vereinen gemeinsam gestaltet. Die Idee zu diesem Fest entstand bei einer Vereinsbesprechung auf dem Rathaus auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Hartmut Kuhlmann zur Erinnerung an die weit über 600 Jahre alte Flößertradition in unserem Ort .

Der Namen dieses Fest steht in enger Verbindung mit der Flößerei. Früher konnten viele Bewohner im Dorf von der Flößerei leben. Man band die Holzstämme zusammen und ließ sie talabwärts treiben. Die "Huben" waren die im Tal liegenden Gehöfte.

Neben den zahlreichen Attraktionen der teilnehmenden Vereine und der Gemeinde, sind die Schaufahrten der Unterreichenbacher Talhubenflößer auf einem über 100 m langem Originalfloß die Höhepunkte des 2-tägigen Festes. Besonders eindrucksvoll ist sicherlich die Nachtfahrt mit Fackelbeleuchtung und anschließendem Feuerwerk, sowie die Wehrdurchfahrt am Ende des Festes.

Ein großes Anliegen der Vereine und der Gemeinde ist es nicht nur für die Großen, sondern vor allem für die Kleinen Besucher etwas zu bieten. So gibt es neben einer Kinderbetreuung mit spielen, basteln und entspannen, auch einen Clown, eine Hüpfburg und und und.

Das Talhubenfest findet in einem 3-jährigen Rhythmus statt und im Sommer 2005 gab es mit dem 10. Talhubenfest ein kleines Jubiläum zu feiern. Das nächste Talhubenfest findet 2014 statt.

Wir freuen uns Sie schon heute zu diesem besonderen Fest recht herzlich einladen zu dürfen.