| Geschichte | Historie | Bücher | Sagen | Talhubenfest |
Markungsfläche: |
630 ha davon 420 ha Wald |
Einwohner: |
2.300 |
Ev. Pfarrhaus |
erbaut 1745 |
Rathaus |
erbaut 1838; diente auch als Schule, Lehrerwohnung und Kindergarten. |
Ev. Kirche |
erneuert 1895 und 1968. |
Ev. Kirche |
erneuert 1895 und 1968 |
Bahnhof: |
eingeweiht 1874 |
Post: |
1859 Postablage - 1874 Postexpedition - 1905 Postagentur - 1928 Poststelle in Dennjächt. Öffentliche Telefonstelle seit 1899 - Selbstanschlussamt seit 1932. Heute eine moderne Postagentur Mitte im Ort. |
Schule: |
1911 von Unterreichenbach und Dennjächt gemeinsam erstellt |
11.02.1888 |
Postbote, Mesner, Amtsdiener und Polizeidiener Michael Großhans wird zusätzlich noch mit dem Amt des (letzten?) Nachtwächters betraut. |
24.09.1888 |
Einführung der Straßenbeleuchtung (8 Laternen) |
01.07.1900 |
Einführung des elektrischen Lichtes |
24.07.1905 |
Ortspolizeiliche Vorschrift, nach der Motorfahrzeuge nur mit Schnelligkeit eines -mäßig trabenden Pferdes- den Ort durchfahren dürfen. |
23.01.1924 |
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr unter dem Kommandanten Emil Seeger |
01.04.1924 |
Vollständige Eingemeindung von Dennjächt |
01.06.1972 |
Eingemeindung von Kapfenhardt. Unterreichenbach bildet heute mit den Ortsteilen Dennjächt und Kapfenhardt und der Parzelle Thann einen Gemeindebezirk des Kreises Calw. |
| Lage: | 292-663m ü. M. im Nagold- und Reichenbachtal Markungsfläche: 630 ha, davon 410 ha Wald |
|---|---|
Um 800 |
wird im Codex des Klosters Hirsau berichtet, dass der Eulenbach, also der Oberlauf des Reichenbaches, die Grenze bildet zwischen den Besitzungen des Grafen von Calw, einem Geschlecht der fränkischen Salier, und dem Besitz der Herren von "Crähenegge". |
Um 1050 |
erfolgt die Besiedlung des Enz-Nagold-Höhenrückens mit Anlage der typischen Waldhufendörfer. |
1260: |
Nennung von "Kaphenhart", das zwischen 1308 und 1322 an Württemberg kommt. |
1273: |
Markung von Reichenbach und Dennjächt gelangt an Baden. |
1375: |
"Rychenbach" und "Dennegecht" werden urkundlich erwähnt. |
1404: |
Aus dem Pfarrsprengel Brötzingen, dem Reichenbach und Kapfenhardt angehören, wird das Kirchspiel Langenbrand herausgelöst, dem Kapfenhardt fortan zugehört und in welchem 1535 die Reformation eingeführt wird. |
1495: |
St.-Wendels-Capell zu Richenbach urkundlich erwähnt. |
1527: |
Reichenbach erhält eigene Pfarrei, in welcher 1596 die Reformierung vollzogen wird und der 1584 das von Liebenzell gelöste Dennjächt mit dem Weiler Thann zugeordnet wird. Eine erste Kirche wird im 16. Jh. gebaut. |
1527: |
Kapfenhardt zählt 18 Höfe. |
1565: |
In Kapfenhardt noch bestehende Rechte, Güter und Zehnten des 1250 gegründeten Dominikanerinnen-Klosters Pforzheim werden abgelöst und kommen durch Tausch von Baden an Württemberg. |
1603: |
Reichenbach, Dennjächt und die Untere Kapfenhardter Mühle werden mit dem Amt Liebenzell ebenfalls von Württemberg erworben. Die Nagold bleibt Landesgrenze bis 1952. |
1618-48: |
Der Dreißigjährige Krieg läßt die Dorfbevölkerung auf ein Zehntel ihres ursprünglichen Bestandes schrumpfen. |
1632: |
Entdeckung der heilkräftigen Wirkung des Guten Brunnens von "Capfenet". |
1857: |
Bau der Nagoldtalstraße |
1874: |
Bau der Nagoldtalbahn. In der aufblühenden Schmuckindustrie im nahen Pforzheim finden viele Bürger ein neues Einkommen und sind nicht mehr nur von Landwirtschaft und Holzhandel abhängig. Die Flößerei, einst ein wichtiger Erwerbszweig, geht mit den neuen Transportmöglichkeiten zurück. 1910 fährt das letzte gewerbliche Floß nagoldabwärts. |
1895: |
Errichtung einer Etuifabrik in Unterreichenbach, die um die Jahrhundertwende schon 124 Personen beschäftigt. Weitere Betriebe dieser Art folgen, auch eine Schilderfabrik und Betriebe der feinmechanischen Industrie, wobei der Präzisionsmaschinenbau die größte Bedeutung erlangt. |
1896: |
Ein Großbrand zerstört nahezu das gesamt Hinterdorf von Kapfenhardt. |
1914: |
1.April: Dennjächt vereinigt sich mit Unterreichenbach. |
1924: |
1.April: Endgültiger Zusammenschluss der beiden Orte zur einfachen Gemeinde. |
1933-45: |
Kapfenhardt und Bieselsberg werden gemeinsam verwaltet. Bieselsberg wird Amtssitz des Bürgermeisters. |
1937: |
Kapfenhardt wird zur Fremdenverkehrsgemeinde erhoben und 1970 von der Landesregierung zum Erholungsort erklärt. Von den einst zahlreichen M¨hlen sind in Unterreichenbach noch zwei Sägewerke und in Kapfenhardt zwei Getreidemühlen in Betrieb. Letztere entwickeln sich zu Hotels mit internationalem Ruf. |
1939-45: |
Der Zweite Weltkrieg verursacht erhebliche Kriegsschäden und wie schon im Ersten Weltkrieg 1914-18 sind viele Tote und Vermisste zu beklagen. |
1961: |
Die evangelische Auferstehungskirche in Kapfenhardt wird errichtet. Der Gemeindehausanbau folgt 1991. |
1972: |
1.Juni: Kapfenhardt schließt sich im Zuge der Gemeindereform Unterreichenbach an. |
1996: |
Das Flößermuseum in der Tannbergschule zeigt Floßmodelle, Gerätschaften und Handwerkszeuge der für den Ort einst bedeutenden Flößerei. Seit 1978 wird mit Schau-Floßfahrten auf der Nagold alle 3 Jahre beim "Talhubenfest" ebenfalls daran erinnert. |
1999: |
19.Juli: Ein Unwetter mit 72 Litern Niederschlag pro qm in 90 Minuten und 1,5 Meter
hoher Geröll- und Schlammlawine im Reichenbachtal verursacht Millionenschäden. Inzwischen hat die Natur ihre alte Schönheit wieder gewonnen und lädt zum verweilen ein. Der gepflegte Erholungsort ist auch als Wohngemeinde attraktiv. Ihn halten zahlreiche Vereine durch Geselligkeit und kulturelles Leben in Schwung. |
2002: |
6.Juli: Einweihung des Flößerdenkmals in Erinnerung an die historische Entstehung der Gemeinde. Das Denkmal wurde rein nur aus Spendengeldern örtlicher Vereine, Bürgern und Firmen finanziert. |
Buchtitel |
Preis |
Erinnerung an die Kriegsjahre |
8,00 Euro |
Schulchronik |
8,00 Euro |
100-jähriges Kirchen-Jubiläum |
5,00 Euro |
75 Jahre Freiwillige Feuerwehr |
3,50 Euro |
Heimatbuch |
14,00 Euro |
Unterreichenbach - Bilder aus vergangenen Tagen |
16,00 Euro |
75 Jahre 1. FC Unterreichenbach |
5,00 Euro |
75 Jahre Musikverein |
2,60 Euro |
Wappen |
1,00 Euro |
Anekdoten und Sagen |
8,50 Euro |
Festschrift zum Flößerdenkmal |
2,50 Euro |
Buchtitel |
Preis |
Radtouren im Nördlichen Schwarzwald |
10,12 Euro |
Rad- und Wanderkarte |
2,56 Euro |
Ortsplan |
2,00 Euro |
Albert Mast um 1930
Am Samschdichmiddag do isch frei,
für alle Goldschmied, des isch fei,
drum richt mer do a Gschäftle na,
wo mer gemuetlich mache ka;
S shö Wedder mueß mer halt ausnutze
zue allem au zom Fääser butze.
So denkt in Dennjächt au en Ma,
onn fangt glei noch em Esse a,
erholt vom Keller ruff a Fass,
des Geld bleibt schö en meiner Kass,
des brauch i net em Kuefer brenga,
denn i verstehs doch au e wenga.
Denn wer beim Schaffa ebbes denkt
sei Geschäft viel leichder ferdich brengt,
s strengt net so a, s macht koin Verdruß
drum nemmt er a Flasch Spiridus.
onn duet se, - Mensch do kennt mer pläre,
a nannernoch ens Fass nei leere.
No zendet er a Hölzle a,
onn hebts ans Spondloch obe na,
der Spiridus der brennt au glei,
do mueßt mer jo an Sembl sei,
was solll i mi denn so verbloga,
doch uffbasst, jetzt kommt grad der Hoga.
Der Spiridus brennt lichterloh,
der Karl der schdeht dernäwa no,
doch Hochmuet kommt stets vor em Fall,
uff oimol duets en bombe Knall.
Des ganze Fässle hots verrissa
onn dHälft uff a Dach nuffgschmissa.
Dr Poschtbott geht grad dra vorbei
den hauts beinoh en Grawe nei,
denkt hat er, jetzt isch alles futsch,
enn Dennjäächt machet se en Putsch,
er hat sich bückt, wi drauß d Soldate
em Fall d Dennjächter nomol lade.
Dr Karl steht do, ganz leicheblaß,
er sieht nex meh vom ganze Faß,
zuem Glück hats ehm kei bisle gmacht,
doch des isch gwiß, er hot net glacht.
Wer lacht denn au en so ra Klemme?
Mit Spiridus do butzt er nemme!
Die Freifrau von Gemmingen hatte nach dem Tode ihres Mannes für den Altar in
Neuhausen einen siebenarmigen Leuchter gestiftet. Als 1692 die Franzosen sich Neuhausen
näherten, flüchtete der Küster mit dem Leuchter und anderem Kirchengerät und versuchte
dafür im Wald bei Unterreichenbach ein Versteck zu finden.
Die Soldaten, die davon erfuhren, setzten dem Manne nach. Als sie ihn
fahnden, hatte er den Leuchter bereits verborgen. Weil er ihnen das Versteck nicht
verriet, habe man den Ärmsten ermordet.
Kinder, die einmal im Wald Beeren suchten, erzählt die Sage weiter, hätten eine "Leuchtertanne"
bei Unterreichenbach gesehen.
Man erinnerte sich an den Küster und grub an dieser Stelle, bis der Schatz
und der Leuchter gefunden wurde.
Später wuchs an dieser Stelle die Leuchtertanne, die der Geist des toten
Küsters von Gott erbeten habe, um das begangene Unrecht an ihn wach zu halten.
Der Volksmund in Unterreichenbach bezieht die Sage auf seinen Messner und
will wissen, dass der Leuchter und die Schätze nie gefunden wurden.
Die Leuchtertanne wurde wegen Alterserscheinungen kurz nach dem 2. Weltkrieg
gefällt. Ihr Standort war im Klebwald. Wegen der einmaligen Aussicht waren die Tanne und
der Platz weltbekannt, aber der "Nachwuchs" sperrt heute die Aussicht.
Am 27./28. Mai 1978 wurde mit dem 1. Talhubenfest in Unterreichenbach eine neue Tradition begonnen. Das Fest wird von der Gemeinde und den Vereinen gemeinsam gestaltet. Die Idee zu diesem Fest entstand bei einer Vereinsbesprechung auf dem Rathaus auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Hartmut Kuhlmann zur Erinnerung an die weit über 600 Jahre alte Flößertradition in unserem Ort .
Der Namen dieses Fest steht in enger Verbindung mit der Flößerei. Früher konnten viele Bewohner im Dorf von der Flößerei leben. Man band die Holzstämme zusammen und ließ sie talabwärts treiben. Die "Huben" waren die im Tal liegenden Gehöfte.
Neben den zahlreichen Attraktionen der teilnehmenden Vereine und der Gemeinde, sind die Schaufahrten der Unterreichenbacher Talhubenflößer auf einem über 100 m langem Originalfloß die Höhepunkte des 2-tägigen Festes. Besonders eindrucksvoll ist sicherlich die Nachtfahrt mit Fackelbeleuchtung und anschließendem Feuerwerk, sowie die Wehrdurchfahrt am Ende des Festes.
Ein großes Anliegen der Vereine und der Gemeinde ist es nicht nur für die Großen, sondern vor allem für die Kleinen Besucher etwas zu bieten. So gibt es neben einer Kinderbetreuung mit spielen, basteln und entspannen, auch einen Clown, eine Hüpfburg und und und.
Das Talhubenfest findet in einem 3-jährigen Rhythmus statt und im Sommer 2005 gab es mit dem 10. Talhubenfest ein kleines Jubiläum zu feiern. Das nächste Talhubenfest findet 2014 statt.
Wir freuen uns Sie schon heute zu diesem besonderen Fest recht herzlich einladen zu dürfen.